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Wissenswertes über (deine) Gesundheit

Seit März dieses Jahres kämpfen wir uns durch die täglichen, ja sogar stündlichen, Nachrichten über das Corona-Virus. In kürzester Zeit wurde uns beigebracht, wie wir uns zu verhalten haben; Abstand halten (social distancing), kein Händeschütteln mehr und für das Begrüssungsküsschen ist schon gar kein Platz mehr. Desinfektionsmittel gibt es in Hülle und Fülle, überall wo man nur hingeht. Dies sind alles sicherlich wichtige und leicht umsetzbare Schutzmassnahmen, um die Verbreitung des Virus einzudämmen. Vor allem dann, wenn man davon ausgeht, dass bald ein Impfstoff zur Verfügung stehen wird, der dieser ganzen Problematik  sowieso ein Ende setzt.

Die Virologen und Immunologen relativieren diese Annahme jedoch. Im Gegensatz zu den Herren Trump und Putin, die behaupten schon einen Impfstoff zu haben oder diesen wenigstens in sehr absehbarer Zeit haben werden, sind die Immunologen und Virologen da anderer Meinung. Wenn wir tatsächlich in absehbarer Zeit einen Impfstoff hätten, dann wäre die effektive Wirkung vielleicht ein paar Prozente. Bis aber ein 100%iger Volltreffer auf dem Markt ist, werden wahrscheinlich noch Jahre vergehen. Die Hoffnung auf einen kurzfristigen sofortigen Volltreffer ist klein. Und dann stellt sich ausserdem noch die Frage, wer sich überhaupt impfen lassen möchte.

So weit, so gut: Jetzt müssen wir uns mit der Situation abfinden. Das Virus ist da und wird noch eine Weile unser unerwünschter Gast bleiben. Wenn Sie in Ihrer Bekanntschaft fragen würden, was wir selbst machen können, um uns besser zu schützen gegen das Virus oder besser formuliert, was wir selbst machen können für ein stärkeres und gesunderes Immunsystem, werden Sie wahrscheinlich diese Antwort bekommen: Bewegung, frische Luft, eine gesunde Ernährung reich an Vitaminen, Sonnenschein, Sauna usw. Natürlich ist das alles wichtig, keine Frage!

Was wird man Ihnen aber antworten, wenn Sie fragen würden: Meinen Sie, dass unser Muskel wichtig ist für unser Immunsystem? Da wird die Mehrheit sagen: Nö, ich wüsste nicht wieso. Genauso, wie auch unser allwissendes BAG in Bern ein Plakat veröffentlicht hatte, mit der Mitteilung: „Muskeltraining ist nicht wichtig, Abstand halten schon“. Nach mehrtägigen Einsprachen von Virologen, Ärzten, Physiotherapeuten, Fitnesstrainern und sonstigen Experten, wurde das Plakat schnellstens wieder entfernt.

Muskeltraining ist nämlich sogar sehr wichtig für das Immunsystem! Für Jung und Alt! Und zwar deshalb, weil der Muskel unter Belastung, das heisst unter einer Belastung, die weit über die durchschnittliche Alltagsbelastung hinausgeht, das sogenannte Myokine freigesetzt. Das wissen wir schon seit 2007 durch die dänische Professorin Bente Glarlund Petersen, die hierüber wissenschaftliche Studien geschrieben und veröffentlich hat.

Die Myokine sind hormonähnliche Botenstoffe, die der Kommunikation zwischen den Organen dienen und uns so vor Erkrankungen wirksam schützen können. Sie sind, bildhaft gesprochen, Ladestationen und Wegweiser für unser Immunsystem.

Da es – wie bereits erwähnt – eine überdurchschnittliche Belastung braucht, um Myokine frei zu setzen, genügt der sich täglich wiederholende Spaziergang nicht; es müssen schon jeden Tag einige Meter weiter, höher, intensiver sein! Auch mit gezielten Kraftübungen, mit oder ohne Geräte, kann dieses Resultat, Stärkung der Muskulatur und Ausschüttung von Myokine, erreicht werden. Wichtig: nur unter steigender Belastung – die über die durchschnittliche Alltagsbelastung hinausgeht - wird Myokine freigesetzt! Myokine stärkt unser Immunsystem, also schützen wir uns selbst, indem wir unsere Muskeln trainieren!

Erik Bezemer, dipl. Physiotherapeut, Master der Manual Therapie